Kupfer: Wirkung & Tagesbedarf

Bei Kupfer handelt es sich um ein essenzielles Spurenelement. Es ist als Bestandteil zahlreicher Enzyme an vielen Funktionen im Körper beteiligt. Für unsere Gesundheit ist eine ausreichende Kupferaufnahme sehr wichtig. Da nicht nur ein Mangel, sondern auch eine dauerhafte Überversorgung gesundheitliche Risiken birgt, solltest du Kupfer als Nahrungsergänzung nicht eigenständig dosieren.

Zusammenfassung
Kupfer

Kupfer ist ein vielseitig eingesetztes Metall, das vermutlich jedem Menschen ein Begriff sein dürfte. Darüber hinaus ist es auch ein essenzielles Spurenelement. Bei Spurenelementen handelt es sich um jene Mineralstoffe, die im Organismus in sehr kleinen Mengen von weniger als 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht gespeichert sind.

Insgesamt befinden sich im Körper eines Menschen bis zu 150 Milligramm Kupfer. Es ist in erster Linie in der Leber und darüber hinaus auch im Gehirn, in den Knochen sowie in der Muskulatur gespeichert. Von dort wird es an das Blut abgegeben, wenn es benötigt wird.

Wofür brauchen wir Kupfer?

Kupfer ist ein wichtiger Bestandteil vieler Enzyme und dadurch an vielen Prozessen im Körper beteiligt. Das Spurenelement trägt unter anderem

  • zu einer normalen Nervenfunktion
  • sowie zur Funktionsfähigkeit des Immunsystems und des Energiestoffwechsels

Außerdem spielt Kupfer für die normale Pigmentierung der Haare und der Haut sowie für den Erhalt des Bindegewebes eine Rolle.

Darüber hinaus trägt es dazu bei, die Zellen in deinem Körper vor Schäden durch oxidativen Stress zu schützen. Das gilt zumindest dann, wenn die Kupferwerte nicht zu hoch sind. Denn ein Überschuss an Kupfer hilft nicht gegen freie Radikale, sondern begünstigt sogar ihre Bildung.

Welche Wirkung hat Kupfer für die Haut?

Da Kupfer unter anderem für die Hautpigmentierung sowie das Bindegewebe wichtig ist, trägt das Spurenelement auch zu einem normalen Hautbild und zur Elastizität der Haut bei.

Wirkung Haut

Wie viel Kupfer benötigt der Mensch?

Der tägliche Kupferbedarf liegt laut DGE ab einem Alter von 7 Jahren geschlechtsunabhängig bei schätzungsweise 1 mg bis 1,5 mg. Bei jüngeren Kindern bewegt sich der Tagesbedarf je nach Alter zwischen 0,2 mg und 1 mg

Welche Lebensmittel sind gute Kupfer-Lieferanten?

Der Körper kann Kupfer nicht selbst bilden und ist daher auf eine ausreichende Versorgung über die Ernährung angewiesen. Gute Quellen für das Spurenelement sind zum Beispiel Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Nüsse. Außerdem enthalten auch Innereien, einige Fische und Meeresfrüchte sowie verschiedene Käsesorten Kupfer.

Gehalt an Kupfer in ausgewählten Lebensmitteln (µg/100 g):

  • Haselnüsse 1.300 µg
  • Cashewkerne 3.700 µg
  • Kakaopulver 3.800 µg
  • Emmentaler 1.170 µg
  • Parmesan 360 µg
  • Weiße Bohnen 635 µg
  • Linsen 738 µg
  • Sojabohnen 1.200 µg
  • Haferflocken 530 µg
  • Weizenvollkornmehl 459 µg
  • Schellfisch 610 µg
  • Krabben 1.100 µg
  • Schweineleber 1.300 µg

Wie entsteht Kupfermangel?

Wenn du über einen längeren Zeitraum aufgrund sehr einseitiger Ernährung nicht genug Kupfer zu dir nimmst, entsteht irgendwann ein Mangel an diesem Spurenelement. Das ist bei gesunden Menschen allerdings recht selten.

Erkrankungen, die die Aufnahme von Kupfer beeinträchtigen, können die Wahrscheinlichkeit für einen Kupfermangel jedoch deutlich erhöhen. Dazu zählen

Darüber hinaus sind auch das Rauchen sowie eine Nahrungsergänzung mit Zink, das die Aufnahme von Kupfer hemmt, Faktoren, die das Risiko für einen Kupfermangel erhöhen können.

Wie erkennt man einen Kupfermangel?

Da Kupfer an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt ist, kann sich ein Mangel durch eine Reihe unterschiedlicher Symptome äußern.

  • Wird der Körper nicht ausreichend mit Kupfer versorgt, kann er zum Beispiel nicht mehr genug Eisen aufnehmen. Das führt auf Dauer zu einer Blutarmut. Diese macht sich unter anderem mit Müdigkeit, einer verminderten Leistungsfähigkeit und blasser Haut bemerkbar.
  • Zudem kann ein Kupfermangel Störungen des Nervensystems verursachen, Entzündungen im Körper verstärken und ein Erkranken an Osteoporose begünstigen.

Darüber hinaus zählen zu den möglichen Symptomen eines Kupfermangels auch:

  • Schwächung des Bindegewebes,
  • Störungen des Wachstums sowie
  • frühzeitiges Ergrauen der Haare
  • Pigmentstörungen der Haut

Wechselwirkungen beachten: z.B. Kupfer und Vitamin C

Werden Kupfer und Vitamin C zusammen eingenommen, behindern beide Mikronährstoffe gegenseitig ihre Aufnahme. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Kupfermangel.

Derartige Wechselwirkungen treten nicht nur bei Kupfer und Vitamin C auf. Um sie zu verhindern, müssen entsprechende Präparate zur Nahrungsmittelergänzung entweder zeitversetzt oder in sogenannte Mikrotransporter verkapselt eingenommen werden.

Risiken einer Überversorgung mit Kupfer

Eine Überversorgung mit Kupfer kann ernste Folgen für die Gesundheit haben. Eine einmalig zu hohe Einnahmemenge führt in der Regel zu kurzzeitigen Verdauungsbeschwerden wie Erbrechen.

Langfristig zu hohe Kupferwerte im Blut können hingegen dauerhafte Schäden verursachen und beispielsweise parkinsonähnliche Symptome, Kreislaufversagen sowie Schäden an Organen Leber und Nieren sowie am Gehirn zur Folge haben.

Eine mögliche Ursache für eine solche Überdosierung sind insbesondere Nahrungsergänzungsmittel, die viel zu hoch dosiert sind. Davon abgesehen kann allerdings auch in der Luft oder im Trinkwasser zu viel Kupfer enthalten sein.

Hohe Kupferwerte durch Morbus Wilson

Bei manchen Menschen ist der hohe Kupferspiegel nicht auf äußere Faktoren, sondern auf die Erbkrankheit Morbus Wilson zurückzuführen. Betroffene leiden an einem Gendefekt, der dazu führt, dass ihr Organismus zu viel Kupfer einlagert.

Die auch als Kupferspeicherkrankheit bekannte Erkrankung macht sich durch neurologische Probleme sowie Schäden an der Leber bemerkbar. Ohne Behandlung verläuft sie tödlich.

Lange Tradition: Kupfer als Heilmittel

Kupfer wurde bereits vor mehreren tausend Jahren als Heilmittel eingesetzt – und das war nicht immer die beste Idee. Es wurde zum Beispiel verwendet, um Wunden zu desinfizieren und Krampfadern oder Geschwüre zu behandeln.

Mittlerweile hat sich die Medizin glücklicherweise weiterentwickelt. In modernen Zeiten hat sich herausgestellt, dass Kupfer ein essenzieller Mikronährstoff ist, dessen bedarfsgerechte Aufnahme mit der Nahrung für die Gesundheit von entscheidender Bedeutung ist.

Kupfer als Nahrungsergänzung

Wie du siehst, ist eine ausreichende Kupferaufnahme sehr wichtig. Eine Nahrungsergänzung kann helfen, einem bestehenden Mangel und den damit verbundenen Folgen entgegenzuwirken.

Das bedeutet allerdings nicht, dass du einfach unkontrolliert mit der Einnahme von Kupfer-Tabletten anfangen solltest. Immerhin kann auch eine Überversorgung ernsthaft schaden.

Achte daher stets auf eine bedarfsgerechte Dosierung. Das gelingt dir beispielsweise, indem du vor der zusätzlichen Kupferaufnahme eine Analyse deiner Gene durchführen lässt. Anhand der Analyseergebnisse kann dann eine individuell an deinen Bedarf angepasste Mikronährstoffmischung aus Kupfer und weiteren Vitaminen und Mineralstoffen zusammengestellt werden.

Zusammenfassung

  • Bei Kupfer handelt es sich um ein essenzielles Spurenelement, das in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen werden muss.
  • Zu den kupferhaltigen Lebensmitteln zählen zum Beispiel Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Nüsse.
  • Erwachsene und Kinder ab 7 Jahren benötigen laut DGE ungefähr 1 mg bis 1,5 mg Kupfer pro Tag.
  • Ein Kupfermangel kann beispielsweise zur Blutarmut führen und die Funktionsfähigkeit des Nervensystems beeinträchtigen.
  • Ein dauerhaft zu hoher Kupferspiegel kann unter anderem schwere Organschäden verursachen.
  • Um eine Überdosierung von Kupfer zu vermeiden, muss der individuelle Tagesbedarf bei der Einnahme als Nahrungsergänzung beachtet werden.

Wichtig zu wissen

Leidest du an Beschwerden, bestimmten Erkrankungen oder vermutest Mangelerscheinungen? Dann suche bitte unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt auf, um das zu besprechen.

Quellen

¹ Kupfer: Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr (Letzte Überarbeitung: 2000). Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/kupfer-mangan-chrom-molybdaen/?L=0 (zuletzt abgerufen am 23.05.2022)

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